Hermann Karl Faber

Hermann Karl Faber ist am 21. April 1908 in Frankfurt am Main geboren. Seine Mutter Dorothea hatte vier Geschwister und arbeitete als Küchenhilfe. Karls Bruder starb knapp drei Monate nach seiner Geburt. Mit seiner ledigen Mutter zog Hermann Karl am 2. November 1909 nach Mannheim. Von dort kam er ins Kinderheim nach Ladenburg.
1912 heiratete Dorothea Valentin Kretzer. Zwei Jahre später starb er. Mitte April 1914 holte Dorothea ihren Sohn Hermann wieder zu sich nach Mannheim in ihre Wohnung in der Rietfelderstaße 17.
1915 heiratete sie in zweiter Ehe den Tagelöhner Georg Kettner. Später zogen sie gemeinsam in eine andere Wohnung in der Stadt um. Die Ehe hielt nur kurz. Nach einer weiteren Heirat mit Ludwig Alles wurde Dorothea am 16. April 1936 im Neckar tot aufgefunden und auf dem jüdischen Friedhof beigesetzt.

FaberHerrmannGrab Hermann Karl trat am 28.12.1932 aus der israelischen Kirche aus. Trotzdem kam er Ende November 1933 vorübergehend ins Arbeitslager Herzogenrieth. Im April 1935 arbeitete er in Stockach. Zwei Monate vor dem Tod seiner Mutter zog er nach Konstanz und war dort als Arbeiter tätig. Nach einem weiteren Umzug nach Mannheim landete Hermann Karl schließlich am 10. April 1937 in Villingen in der Brigachstraße 13. Dort arbeitete er als lediger Hilfsarbeiter.
Zunächst als Jude nicht erkannt, wurde er 1938 in der Reichspogromnacht nicht in Schutzhaft genommen und auch nicht ins KZ Dachau deportiert. Selbst auf der offiziellen Liste der 1939 noch in Villingen ansässigen Juden tauchte er nicht auf.
Doch dann hat ihn die Gestapo entdeckt und er bekam am 22.10.1940, in der Brigachstraße wohnhaft, den Befehl: Er hat zwei Stunden Zeit um (unter Bewachung) sein Hab und Gut zu packen. Anschließend ging er zum Bahnhof und am späten Abend lief der von Konstanz kommende Zug ein. Elf Villinger Juden traten die lange Reise an. Es ging über Offenburg, Freiburg, durch die Burgundische Pforte, vorbei an Lyon und Toulouse bis nach Gurs in Südfrankreich.
Am 10.08.1942 wurde Karl Hermann wie viele andere Juden über das Sammellager Drancy bei Paris ins Vernichtungslager nach Auschwitz deportiert. Am 1. Oktober wurde Hermann Karl Faber dort umgebracht.
Leider existieren keine Fotos von Hermann Karl Faber.

Silas Lux

Quellen:
Stadtarchiv Villingen
Gespräch und Quellen von Friedrich Engelke

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